© Arto Hanciogullari und T. Tsekyi Thür

Einleitung

Lampen der Sammlung“ als Obertitel betont, worum es geht. Hier ist der Platz zur Vorstellung meiner Lampen, die in 10-jähriger Sammeltätigkeit zu einer vorzeigefähigen Sammlung gewachsen sind. Das ist an sich das Hauptziel dieser Website; der eigentliche Grund, warum ich diese Website konzipierte. Aber ich hatte mir auch eine weitere Aufgabe gestellt: Ich wollte nicht nur meine Lampen vorstellen, sondern auch möglichst breit gefächerte Begleitinformationen mitliefern, die den Anfängern einer Petroleumlampen-Sammlung die notwendigen Grundkenntnisse zur Verfügung stellen. Die grundlegend wichtigen Informationen allgemeiner Natur, z.B. über die einzelnen Teile der Lampen, oder über ihre Pflege und Reparatur, etc., habe ich in einzelnen, manchmal sehr umfangreichen Kapiteln zusammengefasst, die unter den Allgemeinen Informationen aufgelistet sind. Unter dem Oberbegriff „Lampen der Sammlung“ will ich jetzt diesen informativen Charakter weiter ausbauen, indem ich hier nicht nur die Lampen meiner Sammlung vorstelle, sondern auch die stilistischen Besonderheiten der Lampen von ihren Herkunftsländern mit ihren typischen Merkmalen beschreibe.

Wie soll man eine Sammlung von 365 Lampen in Kategorien teilen? Soll man die Lampen nach ihrer Größe, oder nach ihren Materialien, nach ihrem Alter unterteilen? Oder nach ihrer Konstruktionsart, nach ihrer Verwendung, nach Art ihres Schirmes oder ihres Brenners gruppieren? Ich habe mich für eine recht schwierige Kategorisierung meiner Lampen entschieden, nämlich nach ihrem Herkunftsland. Schwierig deshalb, weil es oft keine klare Zuordnung zu einem Land möglich ist. Nur sehr selten tragen Lampen Bezeichnungen wie z.B. „Made in France“ oder Kennzeichnungen ihres Erbauers wie z.B. „R. Ditmar Wien“ oder gar Lampennamen wie z.B. „Lampe Veritas“. Viele der hier vorgestellten Lampen sind im ersten Augenblick „no name“-Produkte. Für unerfahrene Sammler und für Laien sind sie zunächst ein unbeschriebenes Blatt, wenn es darum geht, wenn nicht den Hersteller dann wenigstens das Land ihrer Herkunft herauszufinden.

Eine Lampe, die man z.B. bei eBay Deutschland ersteigert, muss nicht unbedingt aus Deutschland stammen. Ich habe amerikanische Lampen bei eBay Frankreich und französische Lampen bei eBay Großbritannien ersteigert; deutsche Lampen kamen aus Italien zu mir, und belgische Lampen aus Frankreich, usw. Der Brenner einer gekauften Lampe ist relativ leicht zu identifizieren. Das heißt jedoch nicht, dadurch auch den Hersteller der Lampe gefunden zu haben. Beispielsweise sind deutsche Brenner in großer Zahl nach Frankreich exportiert wurden, um an den französischen Lampen installiert zu werden. Dadurch werden diese französischen Lampen nicht automatisch zu deutschen Produkten, weil der Brenner aus Deutschland stammt.

Wie soll man also Lampen nach ihren Herkunftsländern unterscheiden? Hier hilft in erster Linie das Studieren der typischen und unterscheidbaren Merkmale, die sich länderspezifisch differenziert entwickelt haben. Das ist, neben der Vorstellung meiner gesammelten Lampen, das Hauptziel von diesem Teil der Website.

 

Entwicklung länderspezifischer Merkmale

Die hohe Verbreitung der Petroleumlampen in der ganzen Welt als eine relativ ungefährliche, preisgünstige Lichtquelle hat dazu geführt, dass es eine große Zahl von Lampenherstellern in einigen Ländern existierte. Sehr viele Lampenhersteller stellten aber nicht alle Teile der Lampen selber her, sondern ließen von anderen Firmen produzieren; und sie stellten die Lampenteile zusammen. Es gab Betriebe, die sich auf die Herstellung der Brenner spezialisiert hatten. Andere wiederum stellten Fuß- und Säulenteile der Lampen her, indem sie diese Teile aus Metall (sehr oft Zink, auch Messing, seltener Eisen, Zinn, Kupfer und Bronze) gossen. Die gläsernen Teile wie der Glaszylinder, die Glasvase, das Glasbassin, die Glasschirme, etc., wurden von speziellen Glasbläsereien zur Verfügung gestellt. Keramik-Hersteller fertigten und bemalten Lampenteile aus Majolika. Man kann diese Industrie gut mit der heutigen Auto-Industrie vergleichen, bei der sehr viele Teile des Autos von unterschiedlichen Firmen hergestellt und geliefert werden, um nachher bei dem Auto-Produzenten zu einem Endprodukt zusammenmontiert zu werden. Es gab allerdings einige wenige Lampen-Hersteller, die alle oder fast alle Teile ihrer Lampen selbst hergestellt haben. Die Berliner Firma Wild & Wessel ist ein gutes Beispiel hierfür.

Trotz der immensen Formen- und Materialienvielfalt und trotz der millionenfache Verbreitung der Petroleumlampen auf der ganzen Welt als die am besten und leichtesten zu beschaffende Lichtquelle haben sie doch länderspezifische Merkmale entwickelt. Die typischen Vertreter von deutschen Lampen unterscheiden sich zum Beispiel recht markant von französischen und englischen Lampen. Dies gilt auch für die typischen Vertreter anderer Nationen.

Die einzelnen Völkerschaften und damit einhergehend sich daraus entwickelten Nationen haben sehr wohl gewisse, mal stark ausgeprägte, mal weniger betonte Charakteristika, die sich von denen anderer Nationen unterscheiden. Ich will hier keineswegs die vorgefassten Klischee-Vorstellungen über die einzelnen Völker meinen, sondern Wesenszüge, die sich im Laufe von Jahrhunderten unter dem Einfluss der herrschenden Lebensbedingungen ausgebildet haben. Man kann die Völker dieser Erde nicht einfach über einen Kamm scheren, wenn man ihre Lebensgewohnheiten, Vorlieben und Neigungen, aber auch ihre Abneigungen zugrunde legt. Sie haben mehr oder weniger kollektive, zum Teil von den anderen Völkern gut unterscheidbare Eigenschaften entwickelt, die sich auch in ihren künstlerischen Erzeugnissen niederschlagen. Daher nimmt es kein Wunder, dass sich die Lampen von Frankreich z.B. von den britischen oder deutschen Lampen in vielen Fällen unterscheiden. Es gilt, diese Unterschiede möglichst gut herauszuschälen, denn damit kann man möglicherweise das Herkunftsland einer sonst unbekannten Lampe erraten.

Die Frage der länderspezifischen Unterscheidungsmerkmale ist deswegen wichtig, weil man sehr oft vor der Aufgabe steht, herauszufinden von welchem Land wohl eine neulich erworbene Lampe herrührt. Manchmal ist diese Frage sehr leicht zu beantworten, oft ist sie aber eine schwer zu lösende Aufgabe. Die Herkunft der Lampe zu erkennen bringt auch eine Erleichterung bei der Entscheidung, mit welchen Arten von Brennern und Schirmen eine unvollständig erworbene Lampe wohl zu komplettieren ist. Dann ist es gut, wenn man in der Lage ist, eine typische Lampe von zum Beispiel französischer Herkunft in ihrem Stil sehr wohl von anderen Typen zu unterscheiden, damit man die Lampe stilsicher und harmonisch komplettiert, indem man beispielsweise eine schön bemalte Tulpe dazu erwirbt anstatt eines Vesta-Schirms oder eines Kugelschirms. Damit will ich aber keineswegs die Regel aufstellen, dass alle französischen Lampen einen Tulpenschirm zu tragen hätten. Es gibt selbstverständlich Lampen aus französischer Fabrikation, die einen anderen Schirm haben sollten als die erwähnte Tulpe. Man muss sie nur ziemlich sicher identifizieren. Es ist am Ende auch Geschmackssache, ob und wie man eine Lampe komplettiert. Aber das Ergebnis soll eben nicht irgendeine Lampe mit irgendeinem Schirm sein, sondern einigermaßen harmonisch im Aussehen erscheinen. Damit ist es auch klar, dass wir jetzt ein etwas schwieriges Terrain betreten, denn streng aufgestellte Regeln für diese Art Fragen gibt es wahrlich nicht.

 

Länder mit Lampenproduktion

Betrachtet man die Jahrzehnte von ca. 1860 bis 1940 im globalen Markt der Petroleumlampen, stellt man ziemlich schnell fest, dass nur wenige Länder eine nennenswerte Lampenindustrie besaßen. Das waren in Europa (in alphabetischer Reihenfolge) Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, und Österreich-Ungarn. USA waren das einzige außereuropäische Land, wo Petroleumlampen in großer Anzahl und mit hoher Qualität hergestellt wurden. Alle anderen europäischen und überseeischen Länder hatten entweder kleine, nicht nennenswerte Manufakturen, oder bezogen ihren Bedarf von den oben gelisteten Erzeuger-Ländern.

In diesem Teil der Website werde ich versuchen, die typischen Merkmale der Lampen von diesen 6 Ländern wenigstens aus meinem eigenen Blickwinkel zu beschreiben. Dazu gehe ich für jedes Land folgendermaßen vor: In einem ersten Teil fasse ich die für mich gut erkennbaren typischen Merkmale der Lampen dieses Landes zusammen (selbstverständlich ohne Anspruch auf Vollkommenheit und Vollständigkeit). In weiteren Unterkapiteln stelle ich meine Lampen aus diesem Land in Sammelfotos vor, um eine erste optische Orientierung zu schaffen.  Hier werden die Lampen der Sammlung jeweils mit ihrer spezifischen Nummer benannt und in ihrer Charakteristika kurz beschrieben. Jede Lampennummer ist farblich hervorgehoben und mit dem informativen Steckbrief dieser Lampe verlinkt. Mit einem einfachen Klick auf der Lampennummer gelangt man zu ihrem Steckbrief, in dem mehr Informationen und alle relevanten Daten mit Detailfotos der Lampe zu finden sind.

Meine Sammlung besteht zurzeit aus folgenden Lampen:

Belgien 12 Lampen
Deutschland 75 Lampen
Frankreich 119 Lampen
Großbritannien 41 Lampen
Österreich-Ungarn 37 Lampen
USA 21 Lampen
Unbekannte Herkunft 60 Lampen

 

 

 

 

 

 

Das große Problem besteht darin, dass die deutschen und österreichischen Lampen eine große Ähnlichkeit im Design und Stil aufweisen und sehr viele deutsche Lampenproduzenten ihre Lampen nicht mit Bodenmarken oder anderen, klar zuzuordnenden Logos versehen haben. Ein Großteil der 60 Lampen unbekannter Herkunft dürfte aus Deutschland sein, aber ein Beweis fehlt. Einige von 30 Lampen, die ich eher nach meiner subjektiven Stilanalyse zu Deutschland zugeordnet habe, könnten ebenso aus Österreich-Ungarn stammen. Die Lampen aus anderen Ländern sind dagegen viel leichter zu erkennen, da ihre länderspezifische Stilmerkmale recht gut unterscheidbar sind.

Ein weiteres, weit verbreitetes Problem der Zuordnung einer Lampe zu einem bestimmten Lampenhersteller ist die irrige Annahme, dass der Brennerhersteller gleichzeitig der Lampenhersteller sei. Die berühmten Brennerhersteller (z.B. Wild & Wessel in Deutschland, Hinks & Son in Großbritannien, R. Ditmar in Österreich) haben ihre Brenner in sehr großer Anzahl an andere Lampenhersteller verkauft, die keine eigene Brennermanufaktur besaßen. Das Logo auf dem Brenner hilft nur bei der Identifizierung des Brennerherstellers, aber nicht zwingenderweise auch zur Identifizierung des Lampenherstellers.

 

Skulpturenlampen und andere Haushaltslampen

Nachdem ich die 365 Lampen zu 6 Erzeugerländern zugeordnet und zum Teil auch als Lampen unbekannter Herkunft ausgewiesen hatte, wollte ich zwei Lampensorten nochmal in eigenständigen Kapiteln behandeln, und zwar unabhängig von ihren Herkunftsländern.

Die Skulpturenlampen in meiner Sammlung habe ich nochmal getrennt in einem separaten Eigenkapitel vorgestellt, da sie für mich eine sehr interessante, in künstlerischer Hinsicht ganz oben stehende Lampensorte darstellen. Ich betrachte sie als eine eigene Kunstgattung, bei der man das Künstlerische (nämlich die Skulptur) mit dem Nützlichen (nämlich die Lampe) kombiniert hat.

Bei den Anderen Haushaltslampen, d.h. bei Stand- und Hängelampen, bei Klavier- und Schiebelampen wollte ich die von üblichen Tischlampen abweichenden Konstruktionsmerkmale dieser Lampen unbedingt in Schemata erläutern. Dafür verlangten diese Lampensorten auch ein zusätzliches Eigenkapitel.

 

Meine Bitte an Sammler

Falls Sie eine Lampe entdecken, deren Zuordnung mir unklar war oder sogar falsch geraten ist, bitte melden Sie sich, damit ich das ergänzen bzw. korrigieren kann.